Mit diesem Beitrag möchte ich auf einen sehr interessanten Artikel über das Thema Sucht aufmerksam machen. Ich fasse ihn kurz für euch zusammen, obwohl es sich schon lohnt, den kompletten Artikel zu lesen.

Für mich spielt es keine Rolle, von welcher Sucht die Rede ist. Zucker, Alkohol, Internet, Spiel oder andere Rauschmittel, jeder Gebrauch von Suchtmitteln verdeckt ein tieferliegendes Leid. Aber lest selbst:

 

Die wahre Ursache von Sucht geht auf diese 6 Erlebnisse aus der Kindheit zurück

[sehr kurze Zusammenfassung, hier ist der ganze Artikel auf huffingtonpost.de zu lesen]

Sucht ist die Krebserkrankung der Seele
“Wer seelisch belastet ist, sucht nach Entlastung und findet diese unter anderem in Alkohol, Drogen oder Medikamenten”, schreibt Psychotherapeut Ralf Schneider in “Die Suchtfiebel”.
Das bedeutet aber nicht, dass jeder, der eine schmerzhafte Erfahrung in der Kindheit gemacht hat, später auch eine Abhängigkeit entwickelt. Jeder Mensch geht mit Verletzungen anders um.
Es gibt jedoch Erlebnisse in der Kindheit, die Schmerz verursachen und dadurch Abhängigkeiten begünstigen. Sie können frühzeitig von Eltern vermieden werden, indem sie sich bewusst machen, dass bestimmte Erziehungsmethoden Schaden verursachen.

 

6 Erlebnisse in der Kindheit, die Schmerz auslösen:

 

Die fehlende Befriedigung von Grundbedürfnissen

Geborgenheit, Schutz und Liebe sind ebenso wichtige Grundbedürfnisse von Babys und Kleinkindern wie Hunger und Durst. Werden sie nicht befriedigt, gerät das Kind in eine Notsituation: Es ist schließlich von den Eltern abhängig und es hat nur seine Stimme und möglicherweise noch keine Sprache, um sich mitzuteilen.
Wenn Kinder das Gefühl haben, so viel schreien zu können, wie sie wollen und doch nicht gehört zu werden, entstehen Schmerz und Unsicherheit, in besonders schlimmen Fällen sogar Traumata.
Bindungsprobleme, Schlafstörungen, Ängste und Depressionen können mögliche Folgen sein. Aber auch Abhängigkeiten und Süchte. Schwere Versagungen in der Befriedigung von Grundbedürfnissen, die Dauerstress und Hilflosigkeit hervorbringen, können sich laut Schneider auf die Bereitschaft zum Drogenkonsum auswirken. In der “Suchtfiebel” schreibt Schneider: “Offensichtlich erzeugt der frühe Stress eine Veränderung im Gehirn.”

 

Die Erfahrung, dass Liebe an Bedingungen geknüpft ist

“Es gibt ganz wenige Kinder auf der Welt, die das Glück hatten, um ihrer Selbst willen geliebt zu werden”, sagte der bekannte deutsche Hirnforscher Gerald Hüther der Huffington Post. Dabei ist genau das aus seiner Sicht die Grundvoraussetzung für eine glückliche Kindheit.
Der Schmerz, der entsteht, wenn wir als Kind das Gefühl haben, nicht vollkommen zu sein, verarbeitet jeder Menschen anders.
Manche Menschen werden ihr Leben lang versuchen sich anzustrengen, um geliebt und akzeptiert zu werden. Andere werden sich möglicherweise mit schmerzlindernden Substanzen behelfen.

 

Ein überfürsorgliches Verhalten der Eltern, das zu Verunsicherung führt

“Wenn man Suchtkranke rückblickend fragt, welche seelischen Ursachen ihr Substanzkonsum gehabt hat, erhält man unzählig viele plausible Antworten. Überrepräsentiert scheinen diejenigen zu sein, die sich nicht trauen, Risiken einzugehen, die sich ‘Mut antrinken’ oder ihre Hemmungen durch Drogenkonsum herabsetzen, die also Angst verringern”, schreibt Schneider in der “Suchtfiebel”.
Die Bereitschaft, Risiken einzugehen und furchtlos auf Herausforderungen zuzugehen, wird zu großen Teilen in der Kindheit geformt.

 

Der Mangel an freiem Spiel, der zu Fantasielosigkeit führt

Eine lebhafte Fantasie könnte ein sehr effektiver Schutz vor der Entwicklung von Suchtkrankheiten sein. Zu dieser Erkenntnis kommt Eckhard Schiffer, Autor der Bestsellers “Warum Huckleberry Finn nicht süchtig wurde”.
Das freie Spiel wird durch zwei entscheidende Entwicklungen beeinträchtigt: Zum einen bleibt Kindern immer weniger Zeit zum Spielen, weil viele Eltern wollen, dass ihre Kinder neben der Schule in Sport-, Musik- oder Sprachkursen weiter gefördert werden.
Zum anderen wird heute immer mehr in das kindliche Spiel eingegriffen, sodass es seine Spontanität und Regellosigkeit verliert; Es wird weniger um des Spielens Willen gespielt und mehr, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Wir greifen viel zu häufig in das kindliche Spiel ein, indem wir organisieren, zeigen, “wie es besser geht”, erklären, dass Bäume grüne und nicht blaue Blätter haben.
Kreativität und Fantasie entstehen jedoch genau da, wo das Kind frei sein darf.
Die so gewonnene Kreativität wird ihm ein Leben lang helfen, Lösungen für die komplexesten Probleme zu finden. Um die Ecke zu denken, sein Denken nicht durch andere einschränken zu lassen. Und sie wird es vor der Öde und Leere bewahren, die Abhängigkeit und Sucht – und sei es “nur” eine Konsumsucht, Kaufsucht oder Spielsucht – begünstigt.

 

Das Leistungsprinzip unserer Gesellschaft, dem Kinder unterworfen werden

Was Kinder heute leisten müssen, ist enorm. Und das ist alles in Ordnung, sobald man nicht aus dem Raster fällt. Wir bläuen unseren Kindern ein, dass sie gute Noten brauchen, um später mithalten zu können. Kommen sie mit einer Drei nach Hause, machen wir ihnen klar, dass sie doch auch eine Zwei haben könnten, wenn sie sich nur ein bisschen mehr anstrengten. Was viele Kinder aber hören, ist: Du würdest uns besser gefallen, wenn du bessere Noten hättest. Eine Fünf auf dem Zeugnis würde uns sehr enttäuschen.

Das ständige Gefühl, nicht gut genug zu sein, löst einen Schmerz aus. Vielleicht einen, der zunächst unter der Oberfläche schlummert, wie Maté es ausdrückte, aber eben einen, der durchaus spürbar ist.
Es ist genau dieses Leistungsstreben, das zu den neuen Volkskrankheiten wie Depressionen und Burnout führt – und das ein Bedürfnis nach Ablenkung, Flucht und nach Betäubung auslösen kann.

 

Die Angst vor dem Versagen, die Eltern auf ihre Kinder übertragen

Viele Eltern wollen ihre Kinder beschützen und greifen deshalb sehr stark in ihr Leben ein. Aus Angst.
Kinder, die nicht selbst bestimmen, nicht selbst ihre Umwelt entdecken und erleben, nicht ihren eigenen Interessen in ihrem eigenen Tempo folgen dürfen, verlieren ihren Eigensinn. Das bleibt jedoch nicht ohne Folgen:
“Wenn Erwachsene die Fähigkeit, sich in tagträumerischer Weise von ihrer Umwelt ansprechen zu lassen und so stöbernd, stutzend, und staunend innerlich viel zu erleben, verloren bzw. nicht ausreichend erworben haben, dann verlieren sie einen Teil ihres Eigensinns. In diesem Augenblick sind sie auf Mittel, Medien, ‘Dröhnungen’ angewiesen, um etwas zu erleben.