Seitdem ich nur noch wenig Zucker esse, schmeckt mir vieles einfach zu süß. Erst heute habe ich eine Scheibe Toast-Brot zur Suppe serviert bekommen und war erstaunt darüber, wie sehr sie nach Kuchen schmeckte. Ich nasche immer noch gerne, aber richtig süß darf es nicht mehr sein, wichtiger ist mir mittlerweile ein intensiver Kakao-Geschmack, leckere Vanille, Zimt oder Kokos in allen Varianten.

Für Kokos hatte ich schon immer ein Faible, aber ich kann mir kaum noch vorstellen, wie ich damals die beiden Bounty-Riegel in der Packung nacheinander essen konnte. Fast 50% Zucker … das geht nicht mehr.

Aber wie gesagt, der Kokosgeschmack und die Konsistenz gefällt mir immer noch sehr gut! Deshalb freue ich mich umso mehr über diese Rezept! Die Grundlage dafür war das Rezept von diesem Blog. Ich habe es ein bisschen in meine Richtung verändert und auf das metrische System umgerechnet. (Diese Cup-Einheiten sind mir bei feuchten, klebrigen Zutaten zu unpraktisch und oft ist nicht genau genug.)

Die Riegel sollten im Kühlschrank lagern, da sie wegen der Kokosmilch bestimmt nicht sehr lange halten (ich kann dazu nichts sagen, weil sie bisher immer zu schnell weg waren). Aber man kann sie sehr gut einfrieren und auch so genießen. Dann schmecken sie ein bisschen wie Kokoseis-Konfekt.

 

Wenig Zucker und gute Nährstoffe

Ich verwende für die Riegel möglichst viele rohe Kokosprodukte, um die ganze Fülle der guten Inhaltstoffe nutzen zu können. Viele Nährstoffe bedeuten ja weniger Zuckerhunger und auch wenn man mal ein paar mehr von diesen Riegeln isst: Danach ist man pappsatt und denkt nicht an weiteres Naschen. 🙂

Jeder Riegel enthält ca. 0,25g Zucker und 1,5g Xylit. Ein ganzer Bounty-Riegel (57g) enthält dagegen 27g Zucker – mehr, als wir an einem Tag essen sollten.

Das Süßungsmittel kann natürlich ausgetauscht oder ganz weggelassen werden. Ich habe es auch schon mit 100% Schokolade ausprobiert, aber das ist vermutlich nur etwas für Menschen, die ihren Geschmackssinn schon auf wenig Zucker getrimmt haben (also nach der zuckerfreien Zeit). Bei der Schokolade würde ich empfehlen, nie unter die 85% Kakao-Anteil zu gehen, da ab diesem Wert oft das Zuckermonster wieder aktiv werden kann.

Zuckerarme Bounty-Riegel

für ca. 27 kleine Riegel

  • 40g Kokosmus, roh
  • 40g Kokosöl, roh
  • 80g Kokosmilch aus dem Kühlschrank (nur das Feste, siehe unten)
  • 40g Xylit
  • 1 MS Vanille-Pulver, oder etwas mehr
  • Eine Prise natürliches Salz
  • 160g Kokosraspel, roh
  • 80-100g Schokolade, 85% – 95% Kakao-Anteil

 

Als erstes stelle eine Dose Kokosmilch über Nacht in den Kühlschrank. Dabei sollte sich die Kokosmasse vom Wasser trennen. Wähle eine Kokosmilch ohne Bindemittel wie z.B. Carrageen.

Wenn die Kokosmilch gut gekühlt ist, öffne sie und löffel‘ das Feste aus der Dose. Von dieser Masse benötigen wir 80g. Gib es in eine kleine Schüssel und füge das Kokosmus, das Kokosöl, Xylit, Vanille-Pulver und Salz dazu.

Dann stell‘ die Schüssel in einer größere Schüssel und fülle die mit warmen Wasser. Rühre alles so lange um, bis es flüssig ist und sich die Brocken aufgelöst haben. Dann kommen die Kokosraspel dazu.

Wenn alles gut vermengt ist, lege eine Form mit Papier aus. Ich nutze eine Kastenform, die 18x18 cm groß ist. Dann drücke die Masse gleichmäßig fest und achte daruf, dass die Oberfläche ganz flach und gleichmäßig hoch ist. Dazu falte ich das Papier und drücke alles noch einmal fest.

Dann muss die Form ca. eine Stunde ins Gefrierfach, damit sich die Masse hinterher gut schneiden lässt. Ich teile sie dann in 27 kleine Riegel, wie du auf dem Foto sehen kannst.

Nimm eine weitere kleine Schüssel und gibt die Schokolade hinein. Sie wird auch im Wasserbad geschmolzen, damit sie nicht zu heiß wird. Um die Riegel mit der Schokolade zu überziehen, nutze ich zwei Gabeln. Leg‘ auch einen Bogen Backpapier bereit.

Dann einfach jeweils einen Riegel in die Masse tauchen, drehen, mit der Gabel hochnehmen, abtropfen lassen, und dann auf ein Papier liegen. Da die Kokosmasse sehr kalt ist, wird die Schokolade schnell fest.

Wenn alle Riegel mit der Schokolade bezogen sind, kannst du die restliche warme Schokolade über sie träufeln lassen. Ich habe dafür hier 100%ige Schokolade genommen, weil ich den optischen Kontrast gerne mag, aber auch den herben Geschmack zur süßlichen Kokosnuss.

Die Riegel sehen nach mehr Arbeit aus, als sie letztendlich machen. Sicher kann man sich mehr Mühe geben, und eine schönere Form erreichen, aber mir reicht das vollkommen und ich bin froh, eine relativ gesunde  Nascherei im Kühlschrank zu haben.

Ich bin gespannt was ihr dazu sagt, und wie sie euch schmecken!

 

 

 

 

 

Kleiner Hinweis

Wenn ihr noch keine zuckerfreie Zeit hinter euch habt, kann es sein, dass euch die Süße nicht ausreicht. Euer Geschmackssinn ist möglicherweise noch zu sehr an die industrielle Süßweise gewöhnt. Wenn das so ist, dann würde ich mit etwas Reissirup, Stevia, Xylit, Erythrit oder Kokos-Palmblütenzucker nachsüßen.

Wenn ihr gerade in der zuckerfreien Zeit seid, dann verzichtet besser noch eine Weile auf diese Riegel, oder stellt sie ganz ohne Zucker her. Der süße Geschmack könnte das Zuckermonster sonst unnötig reizen.