Brot ohne Mehl mit nur einer Zutat

von | 5. September 2019 | 17 Kommentare

Dieses Rezept für Brot ohne Mehl kommt wieder von Petra Scott und ihrem Blog Nutrition Refined. Ihre Rezeptsammlung ist wirklich ein große Inspirationsquelle! Schaut ruhig mal vorbei.

Vor kurzem hat sie ein Brot-Rezept mit nur einer Zutat vorgestellt, dass mich wirklich erstaunt hat. So einfach und schnell habe ich noch nie Brot gebacken. OK, wenn man es ganz genau nimmt, sind es 3 Zutaten, denn Wasser und Salz wird auch zugefügt. Und in meiner Variante kommen auch Brotgewürze dazu. Die Hauptzutat sind frisch gemahlene goldenen Leinsamen.

Ihr kennt ja meine Vorliebe für glutenfreie Brote und findet in meiner Rezeptsammlung einige davon.

Petra beantwortet auf ihrer Seite einige Fragen zu Leinsamen und ich möchte besonders eine davon heraus picken.

Ist es gesund Leinsamen zu erhitzen?
Ihre Antwort ist ja. Während Leinöl nicht erhitzt werden sollte, weil es schnell oxidieren kann und dabei zu viele seiner wertvollen Nährstoffe verliert und sogar ungesund wird, scheint es, dass Hitze nicht die gleiche Wirkung auf ganze oder gemahlene Körner hat.

Sie erwähnt, dass mehrere Studien – in renommierten Publikationen wie dem Journal of Nutritional Biochemistry, dem British Journal of Nutrition und dem American Journal of Clinical Nutrition – zu dem Schluss gekommen, dass die Omega-3-Fettsäuren im Leinsamen selbst bei einer Kochzeit von 60 Minuten bei 660°F (350°C) oxidationsbeständig sind.

Das sind gute Nachrichten!

Die Leinsamen sollten frisch gemahlen sein. Das ist vielleicht der einzige etwas aufwendige Schritt. Aber verzichtet besser nicht drauf, den es beeinflusst den Geschmack und die Nährstoffdichte. Das „Mehl“ sollte so fein wie möglich sein. Kleine Stückchen können dafür sorgen, dass das Brot nicht vollständig aufgeht oder etwas zusammen fällt. Also im besten Fall nach dem Mahlen sieben.

Das Rezept

Dieses Brot ohne Mehl ist weich, saftig und leicht. Es enthält kein Gluten und nur sehr wenige Kohlenhydrate. Es sättig sehr, auch nachhaltig.

Leinsamen-Brot

von Nutrition Refined

  • 250 g goldene (!) Leinsamen
  • 250 ml Wasser
  • 0,5 TL natürliches Salz (es geht auch ohne, aber ich finde es besser mit Salz)
  • optional: 1 TL Brotgewürze
  • optional: 1 TL Backpulver (ich backe das Brot ohne, es wird trotzdem luftig)

Die Leinsamen – gemeinsam mit dem Brotgewürz – in einem Mixer zu feinem Mehl mahlen. Am besten danach sieben, damit wirklich keine Stücke im Mehl sind.

Dann alle trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und das Wasser dazu schütten. Ca. 30 Sekunden rühren, bis sich eine feste glatte Kugel bildet.

Lege den Laib in eine Form. Ich nutze eine Silikon-Form, die muss nicht eingefettet werden. Es ist nicht schlimm, dass die Form nicht ausgefüllt wird, denn das Brot behält ganz gut seine Form, wenn es auf geht

Den Teig jetzt einfach mit Wasser benetzen und – wer will – mit ein paar Körnern bestreuen. Den Teig ein paar Minuten ruhen lassen, dabei unbedingt zudecken, damit sich später nicht die Kruste vom Brot löst.

Ich backe es bei ca. 180°C für 60 Minuten bei Umluft. Im Rezept steht 200°C. Das Brot geht auf und sieht danach mittel- bis dunkelbraun aus.

Nach dem Backen aus der Form nehmen, auf einen Rost legen und vollständig kalt werden lassen. Ich weiß, das ist schwierig, aber nötig.

Das Rezept für die Schoko-Creme gibt es hier.

Das Brot sollte im Kühlschrank gelagert werden und nicht länger als 7 Tage. Es riecht irgendwann fischig, was an den Omega-3 Fetten liegen kann.

Am besten kann man es in Scheiben geschnitten im Kühlfach aufbewahren und kurz vor dem Essen im Toaster auftauen, aber auch da ist es leider nicht lange vor dem fischigen Geschmack geschützt.

Hier könnt ihr euch ein Video von der Herstellung ansehen:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

  • Elke Wengler sagt:

    Freue mich auf weitere Zuckerfreie Rezepte

  • Magda sagt:

    Hallo, leider ist mein Brot zwar außen wunderschön aber von innen komplett roh geblieben. Auch nachdem ich es am nächsten Tag erneut eine Stunde im Ofen hatte gab es keine Veränderung. Dies ist bereits das zweite Mal mit demselben Ergebnis.
    Die goldenen Leinsamen habe ich frisch im Mixer vermahlen und auch gesiebt.
    Hast du einen Tip an welcher Stelle ich hier etwas falsch mache?

    • Ilga Pohlmann sagt:

      Es kann sein, dass dein Ofen zu heiß ist. Dann wird das Brot aussen zu schnell fest.

      • Magda sagt:

        Ah, Dankeschön. Versuche es noch einmal bei 150 Grad statt 180. Ich hatte den Ofen auch sehr lange vorgeheizt (da das sieben so lange gedauert hat🙈), könnte es auch daran liegen?

  • Sandra sagt:

    Oh!☺ Ganz fein das Brot. Habe dunkle Leinsamen genommen. Finde es sehr schmackhaft und es ist schön fluffig geworden. Habe Backpulver benutz. Toll, so wenig Zutaten und so schnell gemacht…Danke!🐛

  • Nicola sagt:

    Habe Deine Seite heute neu entdeckt und gleich das pur-Leinsamenbrot getestet .
    Super lecker!
    Doch es zerfällt mir schon beim Schneiden.
    Toasten deshalb auch schwer.
    Hast Du einen Tipp?

  • Sebastian Winkler sagt:

    Hi, ich mag Deine Hompage sehr. Bin absolut Deiner Meinung was das Thema Zuckefrei betrifft. Ich verfolge ähnliche Ansichten und vertrete das auch vor meinen Kunden.

    Ich wünsche Dir ein schönen Start in das Jahr 2020.

    Sebastian Winkler
    Rent-a-Trainer-Berlin Club

  • Melly sagt:

    Hallo Illga,
    kann man da nicht gleich das Leinsamenmehl verwenden? Das ist fein und und ohne Stücke.
    LG Melly

  • Silvia sagt:

    Danke liebe Ilga, für das simple Rezept. Das Brot veruche ich, sobald mein aktuelles leer ist.
    Aber leider funktioniert der Link der Schokocreme nicht ;-(, und die beiden gehören doch zusammen wie Topf & Deckel!!!
    LG, Silvia

  • Mona sagt:

    Liebe Ilga, danke für das tolle Rezept. Ich würde das Brot gerne in Scheiben einfrieren. Bleibt der Geschmack erhalten oder wird es „fischig“ aufgrund des Öl-Anteils?

  • Gabriele sagt:

    Frage: sind das nicht Zuviel Leinsamen für den Darm, kann man das jeden Tag essen? Danke

    • Ilga Pohlmann sagt:

      Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt maximal 3x15g und 45g pro Tag, das wären ca. 2 Scheiben. Mehr schaffe ich auch nicht. Aber da würde ich mich ganz auf dein Körpergefühl verlassen. Ich würde es auf jeden Fall nicht jeden Tag morgens und abends essen. Generell empfehle ich, die Brot-Varianten zu nutzen und häufig zu wechseln, damit man die ganze Fülle der Nährstoffe nutzen kann.

  • >