von Ilga Pohlmann | 18. Oktober 2021 | 3 Kommentare

Pflaumenpfannkuchen

… oder so wie ich es kenne: „Pfannekuchen“. – Glutenfrei und zuckerfrei.

Die meisten von uns haben bestimmt ein paar Gerichte, die sie direkt in die Kindheit zurück versetzen. Bei mir gehören Pflaumenpfannekuchen auf jeden Fall dazu.

Sie versetzen mich ganz schnell in die alte Küche auf dem Bauernhof meiner Oma. Die Tür stand auf und das golden-sonnige Herbstwetter kam herein. Wir saßen am Tisch, und nach und nach kamen die großen Pfannkuchen auf unsere Teller. Es roch süß nach karamellisierten Pflaumen und wir lachten über die Katzen, die auf dem Boden spielten. Alles war gut, friedlich und ich fühlte mich geborgen – ja, und es schmeckte lecker. Besonders wenn ein Löffel Zucker drüber gestreut wurde! Dann hat es auch noch so schön geknistert in meinem Mund!

Diese Kombination hat sich in mein Gehirn eingebrannt. Sobald ich Pflaumenpfannkuchen rieche und esse, kommt dieses Gefühl zum Teil zurück. Davon wollte ich früher einfach mehr haben! Und das hat oft dazu geführt, dass ich zu viele Pfannkuchen gegessen habe.

Warum das so ist und wie ich es gestoppt habe, kannst du hier nachlesen/bzw. -hören.

Zuhause esse ich so, wie es mir gut tut. Meine Basis ist meine Küche und hier lebe ich fast komplett gluten- und zuckerfrei. Daher würde ich mir die klassischen Pfannkuchen aus Weizenmehl nicht selber herstellen. Wenn mir jemand Pflaumenpfannkuchen backt, dann mach ich eine Ausnahme, aber wie oft kommt das vor?

Also habe ich seit einer Weile an einem Rezept getüftelt, wie ich den Geschmack und die Konsistenz von damals erreichen kann, ohne Weizenmehl zu nutzen. Und mit diesem Rezept bin ich ziemlich zufrieden!

Bild: Hans, Pixabay

Das Rezept

Geschmack – Die Pfannkuchen sind frei von Gluten und Weizenmehl. Trotzdem erschaffen sie die Illusion eines Weizenpfannkuchen. Nicht zu 100%, aber schon ziemlich treffend!

Kein weißes Mehl! – Auch in diesem Rezept wird wieder kein weißes Mehl genutzt, sondern Mandelmehl und Reisprotein. Ich finde, dass diese Mischung relativ nah an Weizenmehl heran kommt.

Reisprotein – Ja, Proteinpulver ist so gesehen „isoliert“, und normalerweise rate ich davon ab. Reisprotein wird allerdings aus Vollkornreis produziert und enthält daher zusätzlich auch Vitalstoffe, Mineralstoffe und Spurenelemente. Wie so oft: Essen ist schwer in rein gut und schlecht zu unterteilen.

Süß – Die Pfannkuchen waren früher für mich erst vollständig, wenn wir einen Löffel Zucker drüber streuten. Das machte alles süßer und es knisterte so schön im Mund. Ich nutze dafür ein kleines bisschen Erythrit. Damit funktioniert es gut! An sich reicht mir die Süße der Pflaumen aber aus.

Satt durch Nährstoffe und gute Fette – Die Pfannkuchen enthalten eine Menge gute Nährstoffe durch die Eier, den Mehlersatz, das Kokosöl und die Früchte. Man wird also deutlich schneller satt und zufrieden als mit Weizenpfannkuchen.

Eier – Die Eier binden den Pfannkuchen und sind auch eine wichtige Zutat für die Beschaffenheit. Der Pfannkuchen ist durch sie fest (er hält gut zusammen) aber trotzdem weich und ein bisschen luftig. Die Eier machen einen großen Anteil der Masse aus, daher kann man sie auch deutlich heraus schmecken. Daher ist, in meinen Augen, der Löffel Flohsamenschalen wichtig: Er schwächt den Eiergeschmack etwas ab.

Vegan – Bisher habe ich keine Version ausprobiert, würde ich mich sehr über eine Rückmeldung freuen.

Pürierstab Ich nutze für den Teig, aber ich denke, dass ein Handmixer auch gut funktioniert.

Pflaumen-Pfannkuchen

Für ca. 2 Pfannkuchen

  • 8 Pflaumen
  • 2 Eier
  • 1 EL Mandelmehl
  • 1 EL Reisprotein-Pulver
  • 1 TL Flohsamenschalen
  • 1,5 TL Weinsteinbackpulver
  • 2 EL (Nuss-/Getreide-)Milch oder Wasser
  • 1 EL Kokosöl
  • etwas natürliches Salz

Zum drüber Streuen

  • etwas Erythrit

Form: Eine beschichtete Pfanne | Temperatur: mittlere Hitze | Backzeit: ca. 3-4 Minuten | Wenden mit Hilfe eines Tellers

Zuerst die Pflaume entkernen und dabei halbieren. Danach geht es recht fix!

Alles restlichen Zutaten miteinander vermixen. Ich nehme dazu einen Pürrierstab,

Am besten gebt ihr die Flohsamenschalen erst ganz zum Schluss dazu, dann lässt sich alles besser vermischen. Dann einen Moment warten, bis die Flohsamen andicken und der Teig etwas fester wird. Er bleibt relativ flüssig.

Am liebsten stelle ich vorher schon die Pfanne auf den Herd und schmelze in ihr das Kokosöl. Dann lässt es sich einfach in den Teig einrühren und die Pfanne ist schon mal eingefettet.

Wenn die Pfanne heiß ist – nicht zu heiß, eine mittlere Temperatur reicht aus und ist auch schonender für die Zutaten – einfach die Hälfte des Teigs in die Pfanne geben und sie so lange hin und her schwenken, bis er gleichmäßig verteilt ist. Es sieht aus, als ob man einen Crêpe machen möchte, aber das Backpulver sorgt einen Moment später dafür, dass der Pfannkuchen dicker wird.

Solange der Teig noch flüssig ist, die Pflaumen mit der Schnittfläche nach unten in den Pfannkuchen drücken.

Wenn der Teig auch auf der Oberseite fest wird, ist es Zeit den Pfannkuchen zu wenden. Dafür empfehle ich, einen Teller zur Hilfe nehmen. Dabei einfach den Pfannkuchen auf einen Teller gleiten lassen, die Pfanne dann über den Teller stülpen und alles beherzt umdrehen, sodass der Pfannkuchen zurück in die Pfanne auf die andere Seite fallen kann.

Dann noch mal eine Weile backen bis er fertig ist.

Um mein Kindheitserlebnis zu vervollständigen streue ich ein wenig Erythrit über den fertigen Pfannkuchen, damit es so wie früher beim Essen knistert. Süß genug ist er durch die Pflaumen eigentlich schon.

Guten Appetit!

Kleiner Hinweis: 

Wenn ihr gerade in der zuckerfreien Zeit seid, dann verzichtet besser noch eine Weile auf diese Pfannkuchen, oder stellt sie ohne Obst her. Der süße Geschmack – auch wenn ihr ausschließlich mit Pflaumen und Erythrit backt – könnte das Zuckermonster sonst unnötig reizen.


Tags

Pfannkuchen, Pflaumen


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