Viele von uns kennen die Situation: Ein stressiger Termin, eine langweilige Arbeit oder ein kurzer Moment der Einsamkeit und plötzlich ist der Wunsch nach Essen da! Und es ist dringend! Das Gefühl gibt vor, dass es sich um Hunger handelt, aber wenn man genau hinschaut, ist es nicht ein knurrender Magen, der um eine Mahlzeit bettelt. Trotzdem erscheint die Nahrungsaufnahme extrem notwendig zu sein. Das Verlangen nach einem Snack hält sich hartnäckig. Egal was, es muss jetzt sofort etwas zum Essen aufgetrieben werden!

Meist wird erst nach dem Essen klar, dass es sich nicht um körperlichen Hunger gehandelt hat, sondern um das Phänomen des Emotionalen Essens. Ganz deutlich ist nämlich, dass sich keine befriedigende Sättigung einstellt, wie nach echtem Hunger, sondern eher ein übervolles und unzufriedenes Gefühl.

Einige mögen auch diese Lust auf ein bestimmtes Lebensmittel kennen, die plötzlich dringend auftaucht und unbedingt erfüllt werden will. In der englischen Sprache gibt es für diesen Hunger den schönen Begriff des Food Cravings, der im deutschen mit Heißhunger übersetzt wird. Diese Bezeichnung trifft die Sache für mich nicht ganz. Gemeint ist ein dringendes Verlangen oder eine Sehnsucht nach einer geliebten Speise.

In beiden Fällen sind tiefe Gefühle im Spiel, die einen unterschiedlichen Ursprung haben. Die amerikanische Ernährungsberaterin Brittany Watkins sprich von folgender Unterteilung:

 

Emotionales Essen

Emotionales Essen ist eine Möglichkeit, sich in stressigen oder anstrengenden Situationen zu beruhigen. Ärger mit einem Kollegen, Traurigkeit, Schmerz durch Zurückweisung oder das Gefühl von Einsamkeit: diese Gefühle entstehen, weil sich dahinter oft eine Verletzung aus der Vergangenheit versteckt, die in der Gegenwart eine Unsicherheit oder Angst auslöst. Diese Emotionen lassen sich gut mit Nahrung mildern, denn wir alle haben als Baby die Beruhigung über orale Reize (beim Stillen oder aus der Flasche trinken) kennengelernt und abgespeichert. Diese Verknüpfung funktioniert auch im Erwachsenenalter, und so kann Essen im Stressfall zu einer Gewohnheit werden, die unterbewusst und wie automatisiert abläuft.

Emotionales Essen ist also oft eine Lösung um mit ungeliebten Gefühlen klar zu kommen. Hierfür funktioniert jede Art von Essen.

 

Heißhunger, ein dringendes Verlangen nach einer speziellen Speise

Auch diese plötzlichen Ess-Attacken strecken ihre Wurzeln bis tief in die Vergangenheit aus. Meist verlangen wir nach diesen bestimmten Speisen, wenn wir uns nach einer schönen Zeit oder einem guten Gefühl in der Vergangenheit sehnen. Wir wünschen uns in eine Situation zurück, in der wir dieses Essen mit geliebten Menschen gegessen oder in der wir eine tolle Erfahrung gemacht haben. Das spezielle Produkt oder Gericht ist dabei das verbindende Element, dass dieses gute Gefühl kurzfristig zurück holen kann.

Food Cravings sind der Wunsch nach einem guten Gefühl, dass man in der Vergangenheit erlebt hat und wieder zurück holen möchte.

 

Tipp:

Wenn dich wieder einmal eines dieser dringenden Verlangen überkommt, kannst du versuchen, dich genau zu konzentrieren und nachzuforschen, ob du den Grund für deine Essenslust erkennen kannst. Möchtest du etwas zudecken, oder wünscht du dir ein altbekanntes Gefühl herbei? Wann ist das entstanden? Mit welcher Person verbindest du dieses Essen? – Diese Erkenntnisse werden dich auf deinem Weg in die Zuckerfreiheit sehr unterstützen.

 

 

 

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