Ich habe schon häufiger erwähnt, dass ich auf weißes Mehl verzichte. Ich versuche eigentlich nichts zu essen, das mit Auszugsmehlen hergestellt wurde. Und Weizen esse ich am liebsten gar nicht, auch nicht in der Vollkorn-Variante.

Warum denn das?
Weizen ist das am stärksten veränderte Getreidekorn. Und es wurde nicht optimiert, um uns gesund zu halten, sondern um damit besonders hohe Erträge einzufahren. In 50 Jahren extremer Ertragsverbesserung wurde der Glutengehalt im Weizen von 5% auf 50% erhöht. Ich leide zwar unter keiner Gluten-Unverträglichkeit, aber mir macht diesen Wissen kein gutes Gefühl beim Baguette essen.

Wird diesem überzüchteten Produkt auch noch ein Großteil der Vitamine B1, B2, B3, E, Folsäure, Kalzium, Phosphor, Zink, Kupfer, Eisen und Ballaststoffe beim ausmahlen entzogen, bleiben dem so entstandenen weißen Mehl kaum Nährstoffe erhalten. Der Körper kann dieses Produkt fast nicht mehr als Nahrungsmittel erkennen; es nährt ihn eigentlich nicht, es macht ihn nur eine kurze Weile satt.

Ich weiß nicht ob ihr es wisst, aber bestimmt habt ihr die Typenzahlen von 405 bis 1.800 auf den Mehlpackungen schon mal bemerkt. Diese Zahl geben nicht – wie oft angenommen – die Feinheit des Mehls an, sondern die Mineralstoffmenge pro 100 g Mehl in Milligramm. Bei einem Weizenmehl Type 405 sind also nur noch 405 mg Mineralstoffe in 100 g Mehl zu finden. Type 405 ist das typische Auszugsmehl für Pizza, Pasta, Kuchen, Weißbrot und Kekse. Die Nummer 1.700 bezeichnet Weizenvollkornschrot ohne die Kornkeime (die ja besonders wertvoll sind, aber leider auch schnell ranzig werden). Weizenvollkornmehl hat keine Typenkennung mehr, da die Zahlen nur (Teil-)Auszugsmehle bezeichnen.

Ein weitere Grund auf weißes Mehl zu verzichten: es macht nicht richtig satt und fördert kurze Zeit später bei mir den Süßhunger. Nicht einmal eine Stunde nach Pizza oder Nudeln muss ich an Schokolade und Kuchen denken.

Da dem Mehl die Ballaststoffe fehlen, kann die Glukose wesentlich schneller ins Blut übergehen und sorgt dort für einen großen Schreck bei der Bauchspeicheldrüse. Ein schneller Blutzuckerspiegelanstieg muss sofort mit viel Insulin begrüßt werden. Leider produziert die Bauchspeicheldrüse in ihrem Schreck zu viel davon, was zur Folge hat, dass der Blutzuckerspiegel unter den Normalwert von 80 fällt: ein zu niedriger Wert. Also fordert der Körper neues Essen, damit das überschüssige Insulin wieder aus der Blutbahn verschwinden kann – und das ist dann unser Süßhunger am Nachmittag.

Der Weißmehl-Verzicht ist für mich der Schlüssel geworden, um vom Zucker los zu kommen.

Aber keine Frage: Essen aus weißem Mehl schmeckt oft richtig gut und manchmal vermisse ich Nudeln und Pizza schon. Anfänglich fiel mehr der Verzicht sehr schwer.

Aber jetzt habe ich eine tolle Sache gefunden: Linsennudeln!

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Linsennudeln sind aus 100% Linsen und mit einer guten Tomatensoße merkt man gar nicht, dass es keine Weizennudeln sind. Sogar die rötliche Farbe ändert sich beim Kochen und mit eine Tomatensauce verrät rein gar nichts die Abwesenheit von weißem Mehl!

Es ist wie ein Geschenk des Himmels! Der Geschmack stimmt, die Konsistenz ist nudelig bissfest, die Kochzeit ist kürzer und da es sich um vollwertige Linsen handelt, ist der Nährstoffgehalt und die Sättigung hoch. Kein Schokoladenhunger nach dem Nudelessen. Fantastisch!

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Wie gesagt, diese Nudeln mit einer Tomatensauce sind vollkommen!

Jetzt bin ich auf die Idee gekommen, einen Nudelsalat damit herzustellen. Er ist noch nicht richtig perfekt und so ganz kann er noch nicht mit einem klassischen Nudelsalat mithalten, aber dafür macht meine Alternative zufrieden satt und fordert keinen Nachtisch – und bevor ich gar keinen mehr esse, dann doch sehr gerne diesen hier!

Was ist denn neben den weißen Nudeln noch so im Nudelsalat? Wenn man genau hinsieht, kann man ein paar Fallstricke umgehen:

Mayonnaisesie enthält häufig sehr stark verarbeitete Zutaten, wie industrielle Fette, isolierte Speisesalze mit Trennmitteln, natürlich Zucker (besonders in fettärmerer Diät-Mayonnaise – nach irgendetwas muss es ja schmecken), Süßstoffe, u.a.

Hier die Zutatenliste von M*racel Wh*p balance:
Wasser, pflanzliches Öl, Branntweinessig, Molkenerzeugnis, modifizierte Stärke, Zucker, Obstessig, Speisesalz, Eigelb (0,5%), Gewürze (enthalten Senf), Verdickungsmittel (Xanthan), natürliches Aroma, Süßstoffe (Aspartam, Acesulfam K), Farbstoff Beta-Carotin.

Senf: enthält auch – neben manchmal seltsamen Bestandteilen – Industrie-Zucker und -Salz. Es gibt aber auch Produkte, die nur mit Senfsamen, Essig, Meersalz und ein paar Kräutern hergestellt werden.

saure Gurken: fast alle sind mit Zucker, Süßstoff oder Glukose-Fruktose-Sirup gesüßt. Ich muss immer ein bisschen suchen, bis ich einfach nur milchsauer vergorene Gurken im Glas finde. Die schmecken dann aber auch echt anders, als so ein paar Feinschmecker-Cornichon … also, ich würde von denen ohne Zucker nicht ein ganzes Glas auf einmal weg naschen. 🙂

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Nudelsalat

  • 125g Linsennudeln
  • 2 EL Hafermilch oder Mandelmilch (ohne Zucker natürlich 🙂)    
  • 2 TL Senf
  • 2-3 EL Mayonnaise
  • 2 saure Gurken, klein geschnitten
  • 3 EL gefrorene Erbsen
  • etwas klein geschnittene Zwiebel
  • etwas Gurkenwasser
  • Salz und Pfeffer

Die Linsennudeln in heißem Wasser kochen. Achtung, sie sind schon nach 5 Minuten fertig.

Alle Zutaten, bis auf Gurken, Erbsen und Zwiebeln miteinander verrühren. Dann die Gurken und Zwiebel kleinschneiden und mit der „Paste“ vermischen. Die Erbsen können ruhig noch gefroren sein, einfach auch unterrühren. Die Masse sollte jetzt nicht zu flüssig, aber auch nicht zu fest sein. Mit etwas Nudelwasser kann man gut nachhelfen. Nach dem Erkalten der Nudeln einfach alles vermengen und eine Weile durchziehen lassen. Danach nachwürzen, falls es nötig ist.

Guten Appetit!

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