Datteln und Neukalibrierung

von | 25. Oktober 2014 | 0 Kommentare

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Müde Ilga zeigt mitten in der Nacht Datteln. 🙂

 

Datteln sind mir eine willkommene Möglichkeit etwas Süßes zu essen. Man kann wunderbare Gerichte mit ihnen zaubern, denn sie süßen sehr intensiv und mit ihrer Hilfe kann man auch ganz ohne Fabrikzucker leckere Süßigkeiten und Nachspeisen herstellen. Noch dazu sind es unverarbeitete, rohe Früchte und deshalb doch wirklich gesund!

Optimal, oder? Also her mit den Rezepten!
Ja, als Alternative zu Zucker ganz bestimmt besser! Aber für Zuckersüchtige sind sie trotzdem mit Vorsicht zu genießen. Warum? Da muss ich ein bisschen ausholen:

Nach vielen Versuchen von der Zuckersucht loszukommen, lag für mich der Schlüssel darin, den Süßgeschmack insgesamt zu verändern und die Geschmacksnerven auf weniger Süßes zu trainieren. Das war bei mir nur mit einer Art Neukalibrierung möglich: alles auf Anfang und dann noch mal genau kosten, wie süß es eigentlich sein muss.

Und wie ging so eine Neukalibrierung?
Achtung, jetzt tut’s weh: kompletter Zuckerentzug für 6-8 Wochen.
Klingt hart, ich weiß! Aber es lohnt sich so sehr! Kein Schokoriegel kann so gut schmecken wie mein regelmäßiger Sieg über die Süßwarenabteilung im Supermarkt: „Ich brauch euch alle nicht mehr! Yeeha!“
In diesen 8 Wochen habe ich keinen Industriezucker und nur sehr wenig Fructose zu mir genommen, denn auch der Zucker in Früchten (und besonders der hochkonzentrierte Fruchtzucker in Trockenfrüchten) kann dass Zuckermonster wecken. So gesund die Früchte auch sein mögen, der Fruchtzucker triggert uns Zuckersüchtige unnötig und das kann zu einem Rückfall führen.

Kann denn ein paar Wochen ohne Obst gesund sein?
Ich hab diesen Entzug im Winter gemacht, zu dieser Zeit gibt es sowieso kaum wirklich gutes, reifes Obst. Das meiste davon wurde schon monatelang gelagert und vorher unreif gepflückt, oder es hat einen sehr langen Transportweg hinter sich. Ich hab die Gemüse- und Salatanteile stark erhöht (meiner Meinung nach sowieso eine bessere Alternative) und nach ein paar schwierigen Tagen bin ich ganz gut ohne Obst klar gekommen. Das war seltsam, denn ich konnte früher ohne Obst nicht sein und hab Früchte in rauen Mengen gegessen hab. Eine Mandarine? Albern! Am besten das ganze Netz voll. Und aufhören, bevor nicht alle Weintrauben verputzt sind? Keine Chance!

Auch das ist jetzt anders! Ich sehe Obst und manchmal möchte ich etwas davon essen. Aber ich kann entweder „Nein!“ sagen oder nach einer kleinen Menge aufhören. Und dieses Gefühl ist richtig toll! Nochmal „Yeeha!“ 😀

Jetzt als trockener Sugarholic passe ich also auf, dass ich es nicht übertreibe und nicht wieder in die Abhängigkeit gerate. Ich esse wieder täglich Obst, und ich bin mittlerweile der Meinung, dass Trockenfrüchte für ehemalige Zuckersüchtige keine tägliche Nascherei sind. Aber ab und zu müssen auch wir ein bisschen was ordentliches zum Naschen haben, oder? Und da steht die Dattel für mich an erster Stelle!

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