Mit dem Chia-Pudding ist es so eine Sache: seine körnige und etwas schleimige Konsistenz scheidet die Geister. Ich hab den Eindruck, dass man entweder drauf steht, oder es total eklig findet.

Ich war beim ersten probieren irritiert, aber schnell angefixt. Mir gefällt, dass die gel-artige Schicht, die sich beim einweichen um die Samen bildet, den Geschmack der Zutaten so gut speichert. Bei diesem Rezept kann man die Mandelmilch und die Vanille stark heraus schmecken. Ich finde das sehr lecker.

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Nebenbei sind Chia-Samen ein Quelle von unfassbar vielen Vitaminen, Mineralstoffen, Proteinen und Antioxidantien. Sie sind einer der größten Omega-3-Lieferanten und enthalten ein vielfaches mehr von den lebenswichtigen Fettsäuren als zum Beispiel Lachs.

Auf manchen Verpackungen steht, dass man maximal 15 Gramm pro Tag von den Samen essen soll. Ich hab diese Warnung erst viel später gelesen und hatte zu dem Zeitpunkt schon riesige Mengen an Chia vertilgt. Es ist mir nichts passiert. Warum also diese Warnung?

Chia sind ein sogenanntes Novel Food, das heißt, es ist eins von vielen vorher nicht verbreiteten Lebensmittel aus anderen Kulturkreisen. Die Samen sind  erst seit ein paar Jahren in Deutschland erhältlich und die EU ist bekanntlich oft etwas zögerlich mit der Freigabe von neuen Lebensmitteln. Ich kann mich noch daran erinnern, dass Stevia viele Jahre nur als Badezusatz verkauft werden durfte und trotzdem hab ich es gegessen.

Ich konnte bisher keine negativen Begleiterscheinungen durch größere Mengen Chiasamen erkennen. Etwas mehr Durst hab ich allerdings bemerkt. Vielleicht liegt es an der Quell-Eigenschaft der Samen, aber ich trinke nach so einem Pudding automatisch 1–2 Gläser Wasser mehr.

Die Mandelmilch mache ich selbst: Einfach ca. 2 Tassen Mandeln für ein paar Stunden im Wasser einweichen, danach die Mandeln spülen und mit 6 Tassen frischem Wasser in einem Mixer pürieren. Durch einen Nussmilchbeutel (oder Tuch) geben und fertig ist die Milch. Ungesüßt hält sie sich deutlich länger im Kühlschrank, deshalb süße ich immer erst direkt vor dem Trinken. Wenn ich allerdings alles gleich verbrauche, mixe ich einfach noch ein paar Datteln mit.

Chia Pudding

  • 1/4 l Mandelmilch
  • 2 TL Chiasamen
  • 1 Messerspitze Vanillepulver
  • 1 TL Honig

Alles miteinander verrühren und für 1–2 Stunden kalt stellen. Zwischendurch noch einmal umrühren. Fertig!
Mir schmeckt es noch besser, wenn ich zum Pudding ein paar Beeren oder andere Früchte gebe.

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Zum Süßen bevorzuge ich bei diesem Rezept einen guten rohen Honig, um die vielen Nährstoffe auszunutzen, die durch die kalte Herstellung des Puddings im Honig erhalten bleiben. Ich wäge ab, ob ich die Fructose wirklich essen möchte, aber im Falle von rohem Honig sehe ich persönlich auch ein paar Vorteile. Alles immer unter der Berücksichtigung, dass ich den Honig nur ab und zu und nicht täglich esse.

Das Süßen funktioniert aber auch mit einer sehr reifen Banane. Einfach eine Bananen-Mandelmilch mixen und die Chiasamen dazu geben.

 

Der Chia-Pudding kann auch eine praktische kleine Belohnung bei der Arbeit sein!

Wenn ich das Gefühl habe, dass ich eine kleine Motivation im Büro nötig haben werde, dann packe ich mir Morgens ein Glas mit Chia Pudding ein und freu mich schon bei der abendlichen Vorbereitung dafür auf die leckere kleine Pause am nächsten Tag.

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Abends gebe ich alle Zutaten in ein kleines Schraubverschluss-Glas (perfekt sind die kleinen Gläser in denen Nussmus verkauft wird), schüttel es kurz auf und stelle es in den Kühlschrank. Vor dem Schlafengehen schüttle ich das Glas noch einmal kurz fest und stelle es wieder in den Kühlschrank.

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Am nächsten morgen gebe ich ein paar gefrorene Beeren dazu, rühre alles kurz um und packe das Gläschen in meine Tasche. Auslaufen kann jetzt zum Glück kaum noch etwas, da die Samen die Flüssigkeiten aufgenommen haben. Die Beeren halten alles bis zum frühen Nachmittag kühl, passen sehr gut zum Mandel-Vanille-Geschmacks des Puddings und sind zudem noch relativ fructosearm.

Für dieses Beispiel hab ich mich allerdings für Granatapfelkerne entschieden.

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Wenn es ganz schnell gehen muss, funktioniert es auch, wenn ihr am Morgen alles zusammen mischt und während des Vormittags noch 1–2 mal das Glas schüttelt. Und generell gilt: je mehr Samen, desto schneller ist der Pudding fest.

 

Kleiner Hinweis

Wenn ihr noch keine zuckerfreie Zeit hinter euch habt, kann es sein, dass euch die Süße nicht ausreicht. Euer Geschmackssinn ist möglicherweise noch zu sehr an die industrielle Süßweise gewöhnt. Wenn das so ist, dann würde ich mit etwas Honig, Stevia, Xylit, Kokos-Palmblütenzucker oder rohem Agavendicksaft nachsüßen.

Wenn ihr gerade in der zuckerfreien Zeit seid, dann passt bitte mit diesem Rezept etwas auf, denn die Fructose könnte das Zuckermonster unnötig reizen.