Dieser Artikel ist ein Gast-Artikel vom Ayurveda Resort Sonnhof. Frau Kniewasser war auf meinen Artikel Zuckersucht aus ayurvedischer Sicht“ aufmerksam geworden und wollte ihn gerne ergänzen. Hier gibt es also eine Art zweiten Teil von Ayurveda und Zuckersucht:

 

Ayurveda-Lifestyle: Leben im Einklang mit den Doshas

Gesundheit ist ein erstrebenswertes Ziel – und das seit jeher. Ayurveda ist eine 5000 Jahre alte indische Lehre, die aber bis heute nichts an Relevanz für unseren Alltag verloren hat. Gesundheit ist in der ayurvedischen Philosophie nicht die Abwesenheit von Krankheit, sondern ein gesamtheitlicher Ansatz. In diesem Artikel betrachten wir, wie der Ayurveda-Lifestyle funktioniert – besonders aus der Ernährung können wir unsere Lehren ziehen.

 

Drei Doshas – drei unterschiedliche Ansätze

Das Ayurveda kennt drei sogenannte Doshas. Diese Konstitutionstypen, die bei jedem Menschen in unterschiedlichen Ausprägungen vorhanden sind, prägen Charakter, Gesundheit und physiologische Erscheinungsform. Ein kurzer Dosha-Test lässt dich herausfinden, welches Dosha dich überwiegend antreibt.

  • Vata
    Der Vata-Typ ist immer in Bewegung, kann kaum still sitzen und wirkt auf seine Umwelt nervös. Gleichzeitig ist er neugierig und wissbegierig und will alles ganz genau wissen. Er ist oft an der Grenze zum Untergewicht, auf jeden Fall aber ist er eher schmal und zierlich, wirkt häufig sogar zerbrechlich.
  • Pitta
    Feuer und Leidenschaft machen den Pitta-Typ zu dem, was er ist. Er gilt als äußerst selbstbewusst und gehört zu den Menschen, die bekommen, was sie sich in den Kopf gesetzt haben und Ziele fest im Blick behalten und ihnen unerbittlich nachgehen. Er lebt für die Herausforderung. Häufig hält er sich sehr gerade und wirkt äußerst stolz.
  • Kapha
    Kapha-Typen sind stabil und äußerst geerdet. Sie sind ausgeglichen und durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Aus diesem Grund wirken sie manchmal auch etwas antriebslos und gemächlich. Sie führen ein regelmäßiges und geordnetes Leben und zeichnen sich durch mentale und körperliche Stärke aus. Dieser Typ neigt unter Umständen zu Übergewicht.

Leben mit Ayurveda

Ayurveda ist mehr als nur Wellness oder Kochbücher. Die Philosophie durchzieht alle Lebensbereiche und ist ein ganzheitlicher Ansatz für die Gesundheit von Körper, Seele und Geist. Nicht nur die Ernährung, sondern auch Bewegung, Schlaf und Stressabbau sind wichtige Grundpfeiler des Lebensstils aus dem fernen Osten.

 

Gesund schlafen

Wer schlecht schläft, fühlt sich unausgeruht und gereizt. Auch gesundheitliche Probleme können die Folge sein. Jede Tageszeit ist einem bestimmten Dosha mit seinen Charakteristika zugeordnet. Das beruhigende Kapha herrscht bis 22 Uhr vor, die perfekte Zeit also, um ins Bett zu gehen und schnell einzuschlafen. Gegen 6 Uhr endet die Vata-Zeit, höchste Zeit, um energiegeladen und ausgeruht aus dem Bett zu springen.

 

Innere Ruhe & Ausgeglichenheit

Ein stressfreies Leben wünscht sich fast jeder, immerhin sorgt Stress und Frust häufig für Heißhungerattacken und hat auch ansonsten eine ganze Reihe unerwünschter Nebeneffekte. Insbesondere Ayurveda und Yoga passen hier ganz hervorragend zusammen. Die Übungen stärken Körper und Geist und sind der richtige Ausgleich zum stressigen Berufsalltag.

Regelmäßig längere Auszeiten einzuplanen, um beispielsweise eine Pancha-Karma-Kur zu machen, empfiehlt sich ebenfalls. Dazu müssen wir schon seit längerem nicht mehr in die Ferne schweifen, auch in Europa werden die Kuren angeboten. Fernab der Zivilisation stellen auch Schokoladentafeln und Gummibärchenpackungen keine Versuchung mehr da.

 

Ayurvedisch schlemmen

Die ayurvedische Küche lebt von einfachen Regeln, an die man sich halten kann. Die bunte und abwechslungsreiche Cuisine lässt sich ohne große Probleme in den Alltag integrieren. Die Nahrungsmittel, die hier zum Einsatz kommen, sind frisch und regional. Am besten kaufst du deine Lebensmittel vollkommen unverarbeitet, so lauern keine versteckten Inhalts- und Konservierungsstoffe oder Zuckerfallen.

Ayurveda ist also eine gesunde Alternative zu dem, was wir sonst so oft heimlich naschen. Wir haben einige der wichtigsten Tipps zur ayurvedischen Ernährung für dich.

 

#1: Essen für Individualisten

Die ayurvedische Küche gibt es nicht. Stattdessen wird auf eine typgerechte Ernährung gemäß der Dosha-Typen gesetzt. Einer brutalen Analyse des Status Quo, in der man sich häufig ein wenig ertappt fühlt, folgt eine entsprechende Ernährungsumstellung.

So ist der Pitta-Typ für Heißhungerattacken bekannt und gilt häufig als unausgeglichen. Beruhigendes Essen ist vor allem eine vegetarische Ernährung mit bitterem Gemüse wie Spargel, Zucchini oder Pilzen. Kaffee und Schwarztee sollten nur selten getrunken werden, außerdem statt weißem Zucker lieber Honig* essen.

Vata-Menschen leiden häufig unter Verdauungsstörungen. Warme, regelmäßige Mahlzeiten sind deshalb ganz besonders wichtig. Vor allem Getreide und Gemüse verträgt dieser Typ sehr gut, verfeinert werden dürfen die Mahlzeiten im Grunde mit allen Gewürzen. Chili und Pfeffer sollten aber sparsam eingesetzt werden.

Kapha-Typen sollten weniger essen, als sie gerne würden. Scharfe und trockene Speisen regen die langsame Verdauung dieses Konstitutionstypen an. Chilis, Ingwer und Knoblauch sind dementsprechend die richtigen Gewürze. Auf Öl und Milchprodukten mit hohem Fettanteil sollte möglichst verzichtet werden.

 

#2: Regelmäßige Essenszeiten planen

Allgemein gilt im Ayurveda, dass Regelmäßigkeit im Essens- und Tagesrhythmus als positiv zu betrachten ist. Das Mittagessen sollte die größte Mahlzeit sein, vor dem Schlafengehen sollten dagegen weder große Mahlzeiten noch Obst verspeist werden. Außerdem sind warme Mahlzeiten zu bevorzugen.

 

#3: Mit Ayurveda gegen die Zuckersucht

Die ayurvedische Küche kennt sechs Geschmacksrichtungen (süß, sauer, bitter, salzig, herb, scharf), die in jeder Speise vorhanden sein sollten. Und auch für alle, die Zucker reduzieren wollen, gibt es gute Nachrichten: Bittere Kräuter und Gewürze helfen beispielsweise auch gegen den Süßigkeitenhunger.

Auf weißen Zucker wird vollkommen verzichtet, brauner Rohrzucker*, Honig* oder Jaggery* (indischer Vollrohrzucker) sind gute Alternativen für kleine Naschkatzen. Während raffinierter Zucker alle drei Doshas aus dem Gleichgewicht bringt, ist süß als Geschmacksrichtung fester Bestandteil der ayurvedischen Ernährung. Wenn der Körper nach Zucker verlangt, muss es aber nicht Schokolade sein, denn als süß gelten unter anderem:

  • Getreide (z.B. Reis)
  • Milchprodukte
  • Stärkehaltiges Gemüse (z.B. Kartoffeln)
  • Obst
  • Fleisch
  • etc.

Wer regelmäßig Lust auf etwas Süßes hat, kann auf diese Lebensmittel zurückgreifen. Wer zu emotionalem Essen neigt, sollte sich regelmäßig statt einer Tüte Gummibärchen einen kurzen Spaziergang verordnen und so zu sich selbst zurückfinden. Einfach mal ausprobieren!

 

* hier werden natürlich nur kleine Mengen gemeint, die im Rahmen eine ausgewogenen ayurvedischen Ernährung und Lebensweise genutzt werden. Dieser Text will nicht den Eindruck machen, dass die Zucker-Alternativen grundsätzlich ein guter Ersatz für Haushaltszucker sind, wenn die restliche Ernährung bei der heute üblichen westlichen bleibt. 

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