Mittlerweile wissen wir alle, dass Zucker nicht besonders gesund sein soll. Aber was genau ist denn so schlimm daran?

Zucker verändert vieles im Körper und einige dieser Körperreaktion fordern unser System enorm. Für mich gibt es zwei Hauptauswirkungen, die mich alleine schon überzeugt haben, die Finger vom Zucker zu lassen. In diesem Video versuche ich die beiden einfach zu erklären.

Saccharose (unser Haushaltszucker) wird im Körper während der Verdauung in die Moleküle Fructose und Glucose aufgespalten. Beide werden sehr verschieden verstoffwechselt.

Die Glucose kann von jeder Zelle im Körper aufgenommen werden und dort in Energie umgewandelt werden. Isolierte Glucose (ohne andere Nähr- und Faserstoffe) sorgt allerdings auch für einen sprunghaften Anstieg des Blutzuckerspiegels, der zur Folge hat, dass die Bauchspeicheldrüse viel zu viel Insulin ausschüttet. Das Insulin leitet die Glucose in die Zellen und lässt so den Blutzuckerspiegel wieder fallen. Da in dieser Extremsituation die große Menge an Insulin zu viel Glucose aus dem Blut entsorgt, ist man schnell „unterzuckert“ und verspürt den Wunsch auf (am besten zuckerhaltigen) Nachschub.

Mit unserer heute üblichen Ernährung schwankt der Blutzuckerspiegel sehr häufig stark. Das kann zu verschiedenen Krankheiten führen. Es kann sogar passieren, dass der Nüchternblutzucker sich auf einem zu niedrigen Wert einpendelt und wir z.B. am Morgen schon unterzuckert aufwachen. Das kann zur Folge haben, dass wir uns sehr müde, schwindelig und schlapp fühlen. Alle typischen Morgenmuffel-Symptome können damit zusammen hängen.

Die Glucose im Zucker sorgt also dafür, dass unser Blutzuckerspiegel nicht mehr stabil ist und das ist für unser ganzes System anstrengend und macht uns anfälliger für Folgekrankheiten.

Das andere Molekül Fructose macht sich auf den Weg in die Leber, denn nur sie kann die Fructose verstoffwechseln. Sie speichert einen kleinen Teil davon für Notsituationen ein, den Rest verwandelt sie allerdings in Fett und gibt es ans Blut zurück. Diese Blutfette (Triglyceride) heften sich am liebsten an unsere Organe (Viszeralfette) und lassen besonders die Leber verfetten. Eine Fettleber kann man also nicht nur durch Alkoholkonsum, sondern auch durch zu viel isolierte Fructose anfuttern.

Viszeralfette und Fettleber sind besonders tückisch, da sie oft von aussen nicht zu sehen sind. Auch sehr schlanke Menschen können diese Fette gespeichert haben. So kann der Körper über viele Jahre unbemerkt dafür sorgen, dass die Organe langsam verfetten. Oft ist genau das der Beginn des „tödlichen Quartetts“ (metabolisches Syndrom) und so ein großer Faktor für diese Krankheiten: Diabetes (Typ II), Arteriosklerose, Bluthochdruck, Schlaganfall und Herz-Kreislauferkrankungen.

Die Fructose im Zucker sorgt also zu einer Überlastung der Leber, zu erhöhten Blutfettwerten und deren Folge-Erkrankungen.

Zucker hat noch andere Auswirkungen auf unser System, aber mir reichen diese beiden Faktoren schon aus, um genauer zu Überlegen, ob ich ihn wirklich essen möchte.

In Wirklichkeit ist das natürlich alles noch viel komplizierter, und ein Biochemiker würde an der einen oder anderen Stelle bestimmt streng gucken, aber so vereinfacht können wir Laien es schneller verstehen: isolierte Glucose und Fructose fordern den Körper extrem und richten auf Dauer Schaden an.

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