Käse, Sahne, Joghurt & Co können beim Zuckerentzug helfen, weil sie satt und zufrieden machen und für Abwechslung sorgen.

Was aber, wenn man keine Milchprodukte verträgt oder essen möchte? Die pflanzlichen Alternativen enthalten oft Zucker oder andere Zusätze, auf die man in der zuckerfreien Zeit besser verzichtet. – Für den Fall habe ich hier ein tolles Rezept für euch, nährstoffreich, zuckerfrei und sauber, ganz ohne Zusätze.

Die Idee für das Rezept habe ich hier bei snackicat gefunden und es nach meinen Wünschen geändert. Danke Snackicat! <3

(Ich nenne den veganen Mandel-Frischkäse hier im Rezept Käse, auch wenn das zu Verwirrungen führen könnte. Ihr kennt die alberne Diskussion, oder?)

Das Rezept

Einweichen und Schälen
Ich nehme am liebsten rohe Mandeln und aktiviere sie. Das bedeutet, dass ich sie über Nacht in Wasser einweiche und anschließend schäle. „Aktivieren“ heißt es, weil wir die Mandeln so aus ihrem Winterschlaf aufwecken. Wenn sie länger mit Wasser in Kontakt stehen, fängt der Keimprozess langsam an. Ganz konkret bedeutet dass, dass sich die Phytinsäure in den Mandeln neutralisieren soll, die vorher dafür gesorgt hat, dass die Mandel nicht aufwacht und anfängt zu wachsen. So zumindest der Plan!

Phytinsäure ist nicht schlimm, aber auch hier kommt es auf die Menge und die Empfindlichkeit der Person an. Viele vertragen aktivierte Mandeln besser, können sie besser verdauen und haben so einen besseren Zugang zu all den Nährstoffen. Nicht aktivierte Nüssen in großen Mengen können sich schnell mal wie ein Stein im Bauch anfühlen.

Geschmacklich macht sich das Einweichen und Schälen auch sehr bemerkbar. Der Frischkäse schmeckt feiner und cremiger, als mit schon geschälten, blanchierten, und somit erhitzen, Mandeln. Klar, die Zubereitung dauert länger, aber da man diesen Frischkäse wunderbar einfrieren kann, ist es möglich, gleich eine große Menge auf einmal herzustellen und alles in einem Abwasch zu erledigen.

(!) Übrigens: Wenn sich die Schale nicht ablösen lässt, wurden die Mandeln schon mal erhitzt. Dann wird der Frischkäse etwas herber und braun. Deshalb achtet besser auf hochwertige Mandeln aus dem Bioladen, am besten mit der Aufschrift „Rohkost“. Oder bestellt direkt rohe Mandeln im Netz.

Kokosöl
Um keinen Kokosgeschmack im Frischkäse zu haben, empfiehlt es sich, desodoriertes Kokosfett zu nehmen. Das bedeutet, dass man erhitztes Kokosöl in einem Vakuum mit Wasserdampf behandelt hat, sodass es geschmacksneutral wurde. Dabei verliert es die Vorteile von rohem Öl, die man in diesem Rezept noch zum Teil nutzen kann, wenn man 20g der Menge Kokosfett durch rohes Kokosöl ersetzt. Bei mehr zeigt sich allerdings der Kokosgeschmack zu deutlich.

Haltbarkeit
Der Frischkäse hält sich nicht sehr lange – oder sagen wir es so: nach 2-3 Tagen ändert er den Geschmack, daher friere ich alles in kleinen Gläsern ein (wie Snackicat vorschlägt)und taue immer dann, wenn ich Lust drauf habe, ein Gläschen im Kühlschrank auf. Ich finde, dass es dem Geschmack sogar sehr gut tut, wenn der Käse einmal eingefroren war.

Mandel-Frischkäse schmeckt pur richtig gut, und fast noch besser, wenn man ihn würzt. Ich mag ihn gerne mit Kräutern oder Paprikapulver, oder mit einer klein geschnittenen Tomate.

Weiterverwendung
Man kann ihn auch super zum Kochen benutzen um eine Sauce anzudicken. Das mache ich mit dem Resten, die mir zu alt geworden sind.

Mandel-Frischkäse

  • 200g rohe Mandeln
  • ca. 100g Wasser
  • 30g frischer Zitronensaft
  • 50g desodoriertes Kokosfett (siehe oben)
  • 1/2 TL natürliches Salz (z.B. pinkes Himalaya Salz)

Die Mandeln am Vortag in Wasser geben und über Nacht einweichen lassen. Danach das Wasser abgießen und noch einmal gut abspülen. Jetzt fängt die etwas mühselige Arbeit an, denn die Mandeln müssen geschält werden. Dazu die Mandel einfach zwischen Daumen und Zeigefinger schieben, bis sich die Schale ablöst. Ich nutze dazu ein Küchentuch, weil mir irgendwann die Finger etwas weh tun. Also einfach die Mandel in ein Küchentuch legen und die gleiche Bewegung ausführen.

Wenn diese Arbeit geschafft ist, geht es eigentlich ganz schnell.

Die Mandeln in einen (Hochleistungs-)Mixer geben (vielleicht klappt es auch mit einer Küchenmaschine) und die restlichen Zutaten auch dazu geben und dann ordentlich durchmixen, bis eine cremige Masse entstanden ist.

Es kann sein, dass ihr die Masse zwischendurch mit einem Spachtel von den Seiten nach unten schieben müsst. Bei mit klappt es ziemlich gut auch ohne runter schieben, wie ihr seht.

Fertig ist der Käse!
Er kann pur gegessen, oder mit frischen oder getrockneten Kräutern und Gewürzen abgeschmeckt werden. Hier auf dem Bild seht ihr eine Variante mit getrockneten Kräutern und eine mit Paprika- und etwas Chilipulver. LECKER!

Wie oben schon erwähnt, lässt sich der Käse sehr gut einfrieren. Dann habt ihr immer Nachschub zur Hand!
Dabei am besten kleine Portionen abfüllen und häufiger auftauen. Möglichst frisch schmeckt er wirklich am besten.

Guten Appetit!

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