Viele, die auf Zucker stehen, essen aus emotionalen Gründen. Zum Beispiel aus einem Gefühl der Einsamkeit heraus. Sie wünschen sich eigentlich Geborgenheit oder eine Umarmung und Trostessen kann da für einen Moment helfen.

Gefühle essen

Trostessen – oder auch Comfort food genannt – kann Essen sein, dass an Zuhause erinnert, oder an schöne Momente aus der Vergangenheit, wie z.B. einen Urlaub. Oft wird Cremiges und Breiiges mit Zuneigung und Liebe verbunden und wenn man es genau betrachtet, ist es auch kein Wunder: So viel Aufmerksamkeit und Zuwendung wie damals, als wir gefüttert wurden, haben viele danach nur noch selten gespürt. Das Essen, als verbindendes Element, kann aber das Gefühl davon wieder zurück bringen.

Soweit so gut! Es ist toll, dass Essen diesen Frieden bringen kann. Aber leider ist es oft gerade das Essen, das uns körperlich nicht besonders gut tut – zumindest auf lange Sicht. Da es aber durch die emotionale Wirkung so verführerisch ist, fällt es schwer, die Finger davon zu lassen.

Was tun?

Also, was tun, wenn man zu oft dem Comfort food verfällt und unzufrieden damit ist?

Am besten wäre es, die Ursache zu erforschen und sie in Ordnung bringen. Warum fühlt man eigentlich Einsamkeit und warum muss sie gelindert werden? Warum ist man nicht einfach zufrieden mit sich alleine? Was ist passiert, dass das Gefühl erzeugt hat, man wäre nicht vollständig? Aber diesen Grund zu finden braucht seine Zeit – ausser ihr nutzt z.B. die Klopftherapie, dann geht es schneller.

In der Zwischenzeit, solange diese Lösung noch nicht gefunden ist, könnt ihr euch gesündere Varianten des Trostessens zubereiten. Und da kommt dieses Rezept ins Spiel:

Der Keksteig

Dieser Keksteig ist so klebrig, teigig und reichhaltig, dass er sehr gut als Comfort Food durchgeht. Dabei ist weder weißes Mehl noch Industriezucker enthalten, sondern ziemlich gesunde Zutaten. Der Teig ist so sättigend und nährstoffreich, dass man sehr satt davon wird und gar nicht Unmengen davon verdrücken kann. Und selbst wenn: Nicht schlimm! Es sind fast nur Kichererbsen, Nüsse, Hafer und ein bisschen Ahorn- oder Reissirup drin. Und trotzdem schmeckt es nach Keksteig!

Ich hab dieses Rezept hier gefunden, und zeige euch das Rezept für eine kleinere Menge. Dann kann man es so schnell nicht übertreiben – zu viel davon zu essen sorgt nämlich für ein ordentliches Völlegefühl.

Der Teig lässt sich auch sehr gut als Kekse backen.

Das Rezept

Ihr könnt jede Art von Nussbutter nehmen. Erdnuss- und Cashewbutter schmecken sehr gut! Mandelbutter oder Tahini gehen auch. Vermutlich funktioniert auch Erdmandelmus, dann könnte man vielleicht auch das Süßungsmittel einsparen. Wenn es jemand ausprobiert, würde ich mich über einen Kommentar freuen.

Eingeweichte und anschließend selbst gekochte Kichererbsen schmecken im Teig milder und weniger nach Hülsenfrüchten, als die fertigen aus dem Glas. Also: der Aufwand lohnt sich und ausserdem sind sie so besser verdaulich.

Ihr könnt verschiedene Süßungsmittel wählen. Man braucht nicht viel, aber ganz ohne ist es etwas fade. Sirup funktioniert gut, oder eingeweichte Datteln. – Wie gesagt: oder es klappt mit Erdmandelmus.

Für das Mehl könnt ihr alternativ auch Mandelmehl wählen – oder auch hier: Erdmandelmehl.

Kichererbsen-Kekse und Keks-Teig

  • 100g gekochte Kichererbsen (besser: selber gekocht)
  • 50g Erdnussbutter
  • 1 EL Hafermehl (Haferflocken einfach vorher mixen)
  • Etwas Vanillepulver oder Extrakt
  • 1/6 TL Salz (die Hälfte bei gesalzenen Kichererbsen)
  • 2 TL Reissirup
  • Optional: etwas gehackte 100% Schokolade

Die Kichererbsen mit den anderen Zutaten (ausser der Schokolade) solange mixen, bis ein glatter Teig entsteht.

Dann die Schokolade grob hacken und unter den Teig rühren. Schon ist alles fertig!

Das mixen kann etwas länger dauern und wahrscheinlich musst du ab und zu stoppen und den Teig vom Rand wieder in die Mitte bringen. Aber bei der kleinen Menge sollte es nicht länger als ein paar Minuten dauern.

Du kannst aus dem Teig auch Kekse backen.

Dazu einfach kleine Kugeln formen und mit einer Gabel flach drücken. Dann bei ca. 180°C solange backen, bis sie aussen golden werden. In der Mitte bleiben sie teigig.

Mir schmecken Teig und Kekse besser bei Raumtemperatur, aber beide halten sich länger, wenn sie im Kühlschrank aufgehoben werden.

Kleiner Hinweis

Wenn ihr noch keine zuckerfreie Zeit hinter euch habt, kann es sein, dass euch die Süße nicht ausreicht. Euer Geschmackssinn ist möglicherweise noch zu sehr an die industrielle Süßweise gewöhnt. Wenn das so ist, dann würde ich mit etwas mehr Reissirup nachsüßen. Reissirup enthält keine Fructose und ist deshalb ein besseres Süßungsmittel für Zuckersüchtige.

Wenn ihr gerade in der zuckerfreien Zeit seid, dann passt bitte mit diesem Rezept etwas auf, denn die Süße könnte das Zuckermonster unnötig reizen.

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