Früher hatte ich einen Wunsch: „Ach, könnte ich mich doch endlich mal total überessen, damit mir so richtig schlecht würde und ich nie wieder Appetit auf Schokolade und Kuchen hätte!“ – So Leid war mir dieses ständige Verlangen nach Süßem!

Schlecht war mir zwar häufiger, aber es änderte nichts an meinem Verhalten. Kurz darauf schmeckte mir alles gleichbleibend gut. Der Genuss blieb nicht auf der Strecke, aber das Gefühl nach dem Essen störte mich sehr. Also habe ich mir immer wieder vorgenommen, in Zukunft weniger Süßes zu essen. Meistens versagte ich und stellt mir folgende Fragen:

  • Warum kann ich nicht aufhören zu naschen?
  • Warum kann ich nicht einfach weniger Süßes Essen?
  • Warum breche ich immer wieder mit meinen Vorsätzen?

Mit der Zeit habe ich Antworten gefunden, die es mir heute sehr viel leichter machen, die Sache mit der Lust auf Zucker besser zu verstehen.

Für mich gibt es für das fehlenden Durchhaltevermögen folgende Gründe:

  • emotionale und kulturelle Gründe
    Wir verbinden Süßes mit Lob, Trost, Zuneigung und Liebe. Wird uns das nicht bewusst, kann diese Kombination einen Verzicht unmöglich machen.
  • versteckte Zucker
    Zucker steckt mittlerweile in fast allen Speisen und Getränken. Wir wurden also unbewusst an den mehrfach täglichen Konsum gewöhnt. Wird der plötzlich beendet, meldet sich der Körper.
  • nährstoffarmes Essen
    Unsere heutigen Lebensmittel sind durch Überzüchtung und kultivierte Böden nicht mehr so nährstoffreich, wie sie früher waren. Unsere Körper bemerkt einen Mangel, und er scheint ihn häufig – in Mangel an Erfahrung – durch Süßhunger auszudrücken. Er weiß oft nicht, nach welchem Lebensmittel er verlangen soll, da es ihm noch nie angeboten wurde.
    Wer von uns weiß intuitiv, dass Löwenzahnblätter mit ihren Bitterstoffen wichtige Nährstoffe liefern, die uns zufrieden stellen und den nächsten Zuckerhunger verhindern können.  
  • Biochemie, die körpereigene Reaktion auf Saccharose
    Die Verstoffwechslung von Saccharose hat Einfluss auf unsere Essverhalten. Glucose fördert Blutzuckerspiegel-Schwankungen und damit häufigeren Appetit. Fructose verhindert das Aufkommen eines Sättigungsgefühl.
  • hormonelle Störungen in Folge von zu viel Zuckerkonsum
    Zucker hat Auswirkungen auf unsere Hormonproduktion und -funktion (Leptin, Ghrelin, Insulin, Glucagon) und kann so den Fettstoffwechsel- und Hunger/Sättigung-Kreislauf durcheinander bringen. Dies führt – neben anderen gravierenden Nachteilen – auch immer wieder zu erneutem Süßhunger.

 

Was kann also helfen?

Meiner Erfahrung nach ist ein sehr nährstoffreiches Essen, dass den Zucker verdrängt, extrem förderlich für das Durchhalten. Ein gut versorgter Körper wird weniger nach Süßem verlangen.

Da die meisten von uns wahrscheinlich schon über Jahre zu viel Zucker konsumieren, sind die hormonellen Störungen wahrscheinlich der größte Grund für das fehlende Durchhaltevermögen. Die Biochemie ist meist stärker als der eigene Wille.

Ein kurzer, kompletter Entzug von allem Süßen kann hier aber eine große Veränderung mit sich bringen. Für mich ist das nur in Kombination mir sehr nährstoffreichem, echten Essen und kurzzeitigem konsequenten Verzicht auf alle Zucker durchzuhalten.

Hält man sich an diese Regeln, ist das Ziel nah!