Immer wieder betone ich, wie wichtig Gemüse für uns Zuckersüchtige ist. Je mehr wir davon essen, desto besser ist es für uns. Gerade Gemüse liefert uns genau das, was bei der Abkehr vom Zucker hilfreich sein kann. Viele verschiedene Mikronährstoffe versorgen unsere Zellen und füllen unsere Speicher auf, die (löslichen und unlöslichen) Ballaststoffe sorgen dafür, dass Zucker nicht so schnell ins Blut weiter gegeben wird und gleichzeitig halten sie die Darmflora gesund. Gemüse sorgt dafür, dass unser Körper mit basenspendenden Lebensmitteln versorgt wird und dabei enthält es auch noch wenig Zucker.

Und vor Allem: es schmeckt sehr gut!

Schoko-Creme Dessert

Leute, esst mehr von dem grünen oder bunten knackigem Zeug, das ihr ganz vorne im Supermarkt finden könnt! Das, wofür einfach keine Werbung gemacht wird. Gemüse ist die Macht! Sonnenenergie in unfassbaren Verpackungen:

Die alte Schocke      Romanesco

(Die Natur kann bei diesen seltsamen Gebilden doch echt nur auf LSD gewesen sein, oder?)
Ok, Schluss mit der Schwärmerei 😀

 

Viel Gemüse ist also gut, und die Erhöhung des pflanzlichen Anteils in unserer täglichen Ernährung hat nur positive Effekte für unsere Gesundheit.

Bei den meisten von uns gibt es zwei Gerichte, die bestimmt noch freie Gemüse-Kapazitäten aufweisen: das Frühstück und der Nachtisch, hab ich Recht?

Echt jetzt? Gemüse zum Frühstück? – Ja! Ich zeig’s euch!

Ich empfehle immer gerne einen Salat zum Frühstück zu essen, da er unerwartet gut und frisch schmeckt und uns satt und leicht in den Tag gehen lässt. Und wenn man schon zum Frühstück so viele Nährstoffe aufgenommen hat, wird der Tag dem Zuckermonster weniger Macht einräumen.

Aber OK – ich musste es einsehen: nur die Wenigsten sind bereit für ein Frühstück aus grünen Blättern in ihrer Reimform. (Ein grüner Smoothie geht ja dann doch oft.) Wie wäre es also, wenn ihr erst einmal ganz langsam damit anfangt? Vielleicht mit einer Art Nuss-Nugat-Creme, in der sich hauptsächlich Gemüse versteckt?

Schoko-Creme im Glas     Schoko-Creme auf Brot

Sie funktioniert als Brotaufstrich oder auch als sehr reichhaltiges Schokoladen-Mousse. Haltet die Luft an! Hier ist das Rezept:

 

Die Vorarbeit

Zwei Süßkartoffeln mit der Gabel rundherum ca. 4-5 mal einstechen. Ein Backblech ganz unten in den Ofen schieben und mit Packpapier belegen und dann einen Rost in die mittlere, untere Schiene (meistens haben Öfen doch 4 Schienen, oder?) schieben, und die Kartoffeln darauf legen.

Erst anschließend den Ofen auf 200°C stellen und ca. 50–55 Minuten backen (dies gilt für eine mittlere Größe, ganz große Kartoffeln brauchen noch etwas länger). Danach den Ofen einfach ausstellen ohne die Tür zu öffnen. Die Kartoffeln nach 30–60 Minuten herausnehmen und von der Schale befreien. Falls sehr schwarze Stellen auf der Kartoffel zu sehen sind, besser abschneiden. Danach die weiche Kartoffeln klein schneiden und pürieren, bis eine cremige Masse entsteht.

250g von dem Püree abwiegen und für den nächsten Schritt aufheben.

(Nach dieser Aktion lässt sich der Ofen übrigens wunderbar reinigen, da er ganz nass ist.)

Das restliche Püree kann ganz einfach zu einem leckeren Nachtisch verfeinert werden: mit etwas Zitronensaft vermischen und Zimt drüber streuen. Das schmeckt super – einfach so, oder als Beilage zu vielen (Frühstücks-)Gerichten.

Jetzt aber zum eigentlichen Rezept:

Schokoladen-Creme

  • 250 g Süßkartoffelpüree
  • 2 EL (rohes) Kakaopulver, oder etwas mehr 
  • 1 EL Kokosöl
  • 1/8 TL Meersalz
  • 1/8 TL Vanillepulver, oder mehr
  • 1 EL Mandelmus (dann wird es „sahnig“-cremiger)
  • Extra zum Süßen: 1 TL Reissirup, Xylit, Honig oder ähnliches – ist aber gar nicht nötig, weil die Kartoffel sehr süß ist. Mir reicht die natürliche Süße aus.
  • zum Bestreuen: Kakao-Nibs (gehackte rohe Kakaobohnen)

Schoko-Creme Dessert

Schoko-Creme Dessert     Schoko-Creme Dessert

Alles miteinander vermixen, abschmecken und mindestens 2 Stunden – besser über Nacht, die Creme wird dann fest – kühl stellen. Kalt schmeckt die Creme viel schokoladiger und weniger fruchtig, als direkt bei der Herstellung. Also bitte beim vorab Naschen nicht täuschen lassen.

Schoko-Creme auf Brot     Schoko-Creme auf Brot

Ein klitzekleiner Spaßverderber:

Die Creme schmeckt süß, da die Süßkartoffel natürlich vorkommenden Zucker (Fructose und Glucose) enthält. Natürlich sind es nur geringe Mengen Zucker, aber je länger die Kartoffel im Kühlschrank gelagert wird, desto mehr Zucker enthält sie bei der Zubereitung. Die Stärke (Mehrfachzucker) wird bei kalter Lagerung schneller in Zucker (Einfachzucker) aufgespalten.

Während des Backvorgangs wird das Verhältnis von Zucker und den restlichen Bestandteilen verändert, und beim Püriervorgang werden die Faserstoffe zerstört, die anschließend die schnelle Weitergabe des Zuckers an das Blut nicht mehr verhindern können.

All das hat zur Folge, dass der Zucker in diesem Rezept schneller verstoffwechselt wird, als wenn ihr die Süßkartoffel roh und am Stück essen würdet. Behaltet das im Hinterkopf und beobachtet genau, wie euer Körper auf diese Süßspeise reagiert. Diese Creme ist und bleibt ein Genussmittel. Sie ist zwar deutlich gesünder als herkömmliche Nuss-Nugat-Cremes, aber sie sollte und dieser Form kein Bestandteil von täglichen Mahlzeiten sein.

 

Kleiner Hinweis

Wenn ihr noch keine zuckerfreie Zeit hinter euch habt, kann es sein, dass euch die Süße der Süßkartoffel nicht ausreicht. Euer Geschmackssinn ist möglicherweise noch zu sehr an die industrielle Süßweise gewöhnt. Wenn das so ist, dann würde ich mit etwas Honig, Reissirup, Stevia, Xylit oder Kokos-Palmblütenzucker nachsüßen.

Wenn ihr gerade in der zuckerfreien Zeit seid, dann verzichtet besser noch eine Weile auf dieses Gericht, und freut euch auf die Zeit danach. Der süße Geschmack der Creme könnte das Zuckermonster unnötig reizen. 

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