Spätestens seit Pusteblumen und Peter Lustig steht Löwenzahn bei mir hoch im Kurs. Und seitdem ich weiß, was diese Pflanze alles kann, bin ich ein richtiger Fan geworden. Löwenzahn ist so gesund, dass er nicht nur ein Lebensmittel, sondern gleichzeitig auch eine wirksame Medizin für viele Leiden ist. Ein heimische Superfood!

Schon beim Betrachten der Pflanze, kann man ahnen, was in ihr steckt: sie ist äußerst zäh und wächst sogar an den unmöglichsten Stellen. Wer einmal versucht hat Löwenzahnpflanzen los zu werden, weiß wie widerstandsfähig sie sind. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelemente und Mikronährstoffen, die sehr gute Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. Mit diesem Wildkraut können wir uns ein bisschen seine Zähigkeit zu eigen machen.

Dem Löwenzahn werden zahlreiche Heilfähigkeiten nachgesagt (im Netz gibt es dazu viele Infos, ich gehe hier nur auf ein paar wenige ein). Er regt zum Beispiel den Stoffwechsel an und unterstützt unter anderem die Leber und Galle bei ihrer Arbeit. Diese Wirkung ist für alle interessant, die sich an den Zuckerentzug wagen. Also schauen wir uns das einmal genauer an:

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Durch einen regelmäßigen Zuckerkonsum wird die Leber stark belastet, denn nur sie kann die isolierte Fructose abbauen, die wir mit dem Haushaltszucker zu uns nehmen. Bei häufigem Zuckerkonsum kann sich – wie bei Alkoholikern – eine „Fettleber“ entwickeln. (Die Fettleber ist die derzeit häufigste chronische Lebererkrankung und ein Vorbote des sogenannten metabolischen Syndroms.)

Verzichten wir für einen Zeitraum auf Zucker, wird die Leber anfangen, sich zu regenerieren. Das heißt, sie erneuert sich und entgiftet dabei. Der Bitterstoff Taraxacin im Löwenzahn verstärkt die Gallensekretausscheidung, die wiederum die Arbeit der Leber beim Fettstoffwechsel sehr ankurbelt und die Regeneration beschleunigt.

Löwenzahn stärkt ausserdem die Bauchspeicheldrüse, hilft Giftstoffe leichter auszuscheiden und fördert einen besseren Ausgleich des Blutzuckerspiegels – alles Mechanismen, die uns beim Zuckerentzug helfen können.

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Bitterstoffe sind also sehr hilfreich für unser gesamtes Verdauungssystem, aber sie schmecken uns oft nicht besonders. Wie kann das sein? Ich vermute, dass wir mit der Zeit von Bitter entwöhnt wurden. Denn während unser Kulturgemüse so gezüchtet wurde, wie es jetzt aussieht, wurden die bitteren Helferlein nach und nach entfernt. Unser Geschmackssinn konzentrierte sich nicht nur dadurch Richtung Süß.

Heute wird den wenigsten ein Löwenzahnblatt auf Anhieb schmecken. Schade eigentlich, denn besonders für uns Zuckerfreunde würde es sich lohnen! Die Bitterstoffe können nämlich neben all den anderen Vorteilen den Heißhunger auf  Süßes dämpfend. Wir könnten sogar schneller satt werden, da das Geschmackserlebnis durch diese zusätzliche Note intensiver wird (siehe auch in der ayurvedischen Küche).

Mit ein bisschen Geduld ist es allerdings möglich, die verkümmerten Geschmacksnerven für Bitter wieder zu wecken. Für den Anfang kann man sich zum Beispiel eine Tasse leckeren Löwenzahnwurzel-Kaffee zubereiten. Er duftet toll, schmeckt kaum bitter und erinnert sogar wirklich etwas an Kaffee.

Und er als Kaffee-Ersatz noch einen weiteren Vorteil liefern: Koffeinhaltiger Bohnenkaffee fördert bei vielen leider den Süßhunger. Mit Löwenzahnwurzel-Ersatzkaffee kann der Körper einerseits schneller entgiften und andererseits den Entzug unterstützen, denn der kräftige, würzige Geschmack vertreibt eine aufkommende Lust auf Süßes sehr schnell. Bei mir funktioniert es sehr gut!

Und noch kurz vorweg, bevor ich zum Eigentlichen komme: Die Wurzeln bieten eine viel größere Wirkstoffdichte als die Blätter, die wir leider durch die Hitzebehandlung etwas mindern. – Aber weniger ist besser als gar nichts, oder?

So, nach so vielen Worten hier endlich das Rezept:IMG_8862

Löwenzahnwurzel-Kaffee

  • Löwenzahnwurzeln

Löwenzahnwurzeln sammeln.

Am besten sucht man die dicksten, dann hat man beim Putzen weniger Arbeit. Sie verstecken sich unter den größten Pflanzenbüscheln. (Wer diese und nun folgende Arbeit umgehen möchte, kauft sich einfach getrocknete Löwenzahnwurzeln im Kräuterladen oder bestellt sie irgendwo im Netz. Dann musst du sie nur noch rösten, siehe weiter unten.)

Am besten sucht ihr nicht an Flussufern, Straßenrändern oder neben stark gedüngten Feldern, da an diesen Stellen die Pflanzen meist stark belastet sind.

Die Wurzeln säubern und unter Wasser abbürsten. Wenn sie sehr stark verschmutzt sind, einfach in grobe Stücke teilen und in einer Schüssel mit frischem Wasser aneinander reiben, bis nach mehreren Spülgängen das Wasser klar bleibt. Danach in kleine Stücke zerteilen und trocknen lassen. In der Sonne kann das 2-3 Tage dauern, im Ofen geht es schneller.

LZ Wurzel LZ Wurzel geschnittenLZ Wurzel trocknen

Danach können die Wurzeln geröstet werden. (Hier können die Wurzel-Käufer wieder in das Rezept einsteigen.) Dafür eine Pfanne ohne Fett erhitzen und die Stücke unter ständigem umrühren rösten, bis sie braun werden. Etwas Rauch wird aufsteigen und ein starker Röstgeruch wird das Haus befallen, aber das ist nicht unangenehm. 🙂

Es muss sehr achtsam geröstet werden, damit die Stücke nicht verbrennen. Wenn ihr gekaufte Wurzeln verwendet, werden vermutlich auch viele sehr kleine Stücke in der Packung sein. Damit sie nicht verbrennen, gebe ich alles nach 2-3 Minuten durch ein Sieb und röste die dickeren Stücke ein zweites mal.

LZ in der Pfanne LZ geröstet im Sieb

Nach dem Rösten müssen die Wurzeln nur noch soweit zerkleinert werde, dass ein Pulver entsteht. Mir machen allerdings kleiner Stückchen im Pulverkaffee nichts aus, da sie im aufgegossenen Kaffee nach einer Weile auf den Grund der Tasse sinken – wie beim türkischen Mocca. Einmal umrühren, warten und fertig.

LZ im Glas LZ geröstet und gemahlen

Für alle anderen heißt es: möglichst stark zerkleinern oder den Kaffee vor dem Trinken noch einmal durch ein Sieb gießen.

Pro Tasse ungefähr ein gehäufter Teelöffel in eine Kanne geben und mit siedend heißem Wasser aufgießen. 3-4 Minuten warten und genießen. Schmeckt auch mit (Pflanzen-)Milch.

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Ich bin gespannt, ob ihr es mal ausprobiert, oder ob ihr den Kaffee bereits kennt. Habt ihr eine Wirkung bemerkt? Kann er euch helfen? Ich freu mich über jeden Kommentar 🙂

 

 

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