Die Ursache von Diabetes Typ 2 hängt oft mit der Ernährung zusammen und kann durch sie beeinflusst werden. Aber wusstest du, dass auch Gedanken und Emotionen bei der Entstehung beteiligt sein können?

Diabetes Typ 2 – früher Altersdiabetes genannt – ist auf dem Vormarsch. Die Zahl der Erkrankten steigt so rasch an, dass die Prognosen für unser Krankensystem schwierig aussehen.

Viele werden bereits wissen, dass gerade der Typ 2 durch die Ernährung stark beeinflussbar sein kann. Aber kann er auch allein durch Gedanken und Emotionen ausgelöst werden? Auf den ersten Blick klingt es verrückt, aber es gibt Fälle, die dafür sprechen.

Mögliche Ursache für Diabetes

Schauen wir uns dazu das Leben der tibetanischen Mönche an. Im Allgemeinen ernähren sich diese Mönche gesund. Sie essen zwar teilweise größere Mengen an Kohlenhydraten, leben aber insgesamt relativ vollwertig und ohne große Mengen an Zucker. Überhaupt essen sie nicht zu viel, sondern eher kleine Portionen.

Und trotz dieser gesunden Lebensweise wundert es, dass einige Mönche stark übergewichtig sind und dass die Diabetes-Rate unter ihnen ungewöhnlich hoch ist. In diesem Fall kann die Krankheit nicht durch ihre Ernährung oder ihren Lebensstil erklärt werden.

Um zu erklären, wie es trotzdem dazu kommt, muss ich ein wenig ausholen:

Die chinesische Regierung hat Tibet viel Leid zugefügt und ist dieser Kultur mit Zerstörung, Gewalt und Tod begegnet. Nahezu alle Klöster und Baudenkmäler werden zerstört, die geistige Elite Tibets getötet, verhaftet oder zur Flucht gezwungen.

Die natürliche Reaktion auf so eine Geschichte ist Wut und Zorn. Die Mönche haben aber gelernt, Zorn nicht zu spüren und stattdessen zu Vergeben und Liebe an ihre Feinde zu senden. Sie lernten jedem Menschen Freude zu bereiten, auch wenn durch ihn Leid verursacht wurde.

Dr. Mario Martinez (Autor: The MindBody Code) weist darauf hin, dass die Entwicklung von Diabetes eng mit ihren Glaubenssystemen von Vergebung und liebevollen Gedanken verbunden ist.

Es ist menschlich, nach so einem gewaltvollen Eingriff Wut zu spüren. Wut nicht zu fühlen, bedeutet in den meisten Fällen, dass sie einfach nur weggesperrt und geleugnet wird. Und auch wenn die Mönche Jahrzehnte über Vergebung geübt haben, unterdrücken die meisten von ihnen die nicht gefühlte Wut einfach nur.

Ihre liebevollen Gedanken überzieht also den Zorn wie Zuckerguss einen Kuchen … und das sorgt für den Diabetes. Aber wie?

Diabetes Ursache
Gefühle sollten gefühlt werden

Wenn Emotionen krank machen

Wenn sich ein Mönch mit dieser Übung also entscheidet, seine Wut nicht zu fühlen, empfängt sein Körper das Signal: „Ich möchte den Ärger nicht spüren.“ Daraufhin führt er diesen Wunsch aus, indem er große Mengen an Endorphinen ausschüttet, die den Schmerz betäuben und den Mönch daran hindern, die Dinge zu fühlen, die er nicht fühlen möchte.

Hält dieser Zustand für einen längeren Zeitraum an, beeinflusst diese biochemische Reaktion den Glukose-Stoffwechsel im Blut ungünstig und führt zu einem dauerhaft hohen Blutzuckerspiegel. Und genau das führt mit der Zeit zu Diabetes Typ 2.

Unterdrückte Wut ist allerdings kein Einzelfall, der nur bei tibetanischen Mönchen auftritt. Auch in unserer Kultur lernen wir aus verschiedenen Gründen Wut nicht zu spüren. Wir sind wahre Meister im unterdrücken von Ärger und Zorn geworden. Die Gründe dafür sind vielseitig: Aus Angst, aus einer Auffassung heraus, dass Wut nicht zu einem kultiviertem Benehmen gehört, oder auch einfach, weil man sie nicht mehr spüren will. Es gibt viele Motivationen, Wut zu verdrängen.

Sicher, Wutanfälle sind unangenehm und wirken sich oft nicht gut auf unser Miteinander aus, aber man kann Ärger und Zorn glücklicherweise auch anders begegnen. Wenn man die Gefühle fühlt und achtet, wenn sie auftreten und sie nicht als „unangemessen“ in die Tiefen unseres Unterbewusstseins verdrängt, müssen sie sich dort nicht sammeln und sich mit der Zeit gegen uns richten – entweder im Innern in gesundheitlicher Form (mental und körperlich) oder im Aussen in Form von übertriebenen Wutanfällen zum Druckabbau.

„Alte“ Emotionen

Aber nicht nur Wut, sondern auch Scham, Schuld und Verlassenheits-Gefühle sind Auslöser, die zu Krankheiten führen können und oft stecken die Wurzeln dieser Gefühle schon in der Kindheit. Sie sind in Situationen entstanden, in denen wir allein oder überfordert waren, oder in denen unsere Gefühle als „nicht richtig“ angesehen wurden. So haben wir gelernt, sie ebenfalls nicht ernst zu nehmen. „Ach, das hat doch jetzt nicht weh getan!“ oder „Nein, du willst jetzt kein Eis!“

Viele geben sich auch die Schuld am Unglück ihrer Eltern und entwickeln Scham. Kinderseelen funktionieren oft so und nicht selten entstehen Gedanken wie: „Wenn ich nur braver gewesen wäre, dann hätten sich meine Eltern nicht so viel gestritten und wären noch zusammen.“

Jedes Kind ist auf die Liebe der Eltern angewiesen und versucht ihnen zu gefallen. Daher lernt es mit der Zeit seine unpassenden Gefühle so gut wie möglich zu verdrängen. Oder es entscheidet sich, den Schmerz nie wieder spüren zu wollen und sucht nach Methoden, ihn wegzuschließen. Einmal gelernt, führen wir das auch im Erwachsenenalter fort, sofern wir nicht lernen, wie man diese Gefühle gesund verarbeiten kann.

Alle unsere Gefühle sind wichtig.

Gefühle sind ein Teil unserer inneren Führung, der uns über unseren Zustand informiert, und uns handeln lässt, wie es gut für uns ist. Wenn wir einen Teil von ihnen als falsch bewerten und ins Unterbewusstsein verdrängen, fehlen sie uns auf der eine Seite. Auf der anderen Seite werden sie zu „blinden Flecken“, zu Schatten. Wir sehen sie nicht und denken, dass es sie nicht gibt, aber sie haben die Macht, uns in ungünstigen Momenten anzupieksen und die Gefühle wieder spüren zu lassen. Ohne, dass wir es wollen, noch dass wir wissen woher sie eigentlich kommen.

Das ist insgesamt ein quälender Zustand, und es ist kein Wunder, dass wir uns dann verschiedenen Suchtmitteln bedienen, um diesen Schmerz zu lindern, oder besser: wieder in die Untiefen den Unterbewusstseins zu verdrängen.

Was hilft bei unterdrückten Gefühlen?

Heilung kann kommen, wenn wir wieder lernen, zu verstehen,

  • wo die Gefühle herkommen.
  • wann die Wut, die Scham oder die Angst vor dem Alleinsein entstanden ist.
  • welcher Teil von uns so schmerzt, dass wir ihn auf keinen Fall wieder mit ihm in Kontakt treten möchten, und ihn am liebsten weiterhin verletzen wollen, damit er bloß auf Abstand bleibt.

Und wenn wir das heraus gefunden haben, können wir diesen weggesperrten Anteil von uns mit liebevollem Mitgefühl zuwenden und wieder zurück holen, zurück ins Licht, dass er nicht länger als Schatten sein Unwesen treiben muss, um auf sich aufmerksam zu machen.

weitere Infos:
Dr. Christiane Northrup – Dodging Energy Vampires
Dr. Mario Martines – The MindBody Code